Camcorder facts
Erster Dreh mit einem Camcorder
HDcam Camcorder facts:
Die HD-Kamera ist auf Kunstlicht ausgerichtet (tungsten balanced).
Im Unterschied zur Filmkamera sind Farbtemperatur (CC) und ND-Filter (ab ND.06) in einem Filterrad standardmässig eingebaut.
Die Kamera empfindet die vom Film bekannte Spiegelblende über einen Shutter elektronisch nach. Bei 24f/s dreht man im Standard auf 1/48s, was einem Öffnungswinkel von 180° entspricht. Ist der Shutter ausgestellt verschmieren die Bewegungen. Dies entspricht beim Film theoretisch dem Drehen ohne Flügelblende (Gate offen bei Filmtransport).
Under- und Overcrank (während der Aufnahme) entwickeln sich nur sehr langsam und sind nur bei wenigen Kameras in voller Auflösung möglich (Varicam; Weisscam bedingt). Im Gegensatz zu Film ist es aber möglich über den Shutter mehr oder weniger stufenlos die Belichtung bei gleichbleibender Bildgeschwindigkeit nicht nur zu verkürzen, sondern zu verlängern. So kann die "elektronische Spielgelblende" auch offener als 180° betrieben werden.
Der Hauptteil der verfügbaren HD-Camcorder hat sogenannte echte 16:9-Chips.
Am Bildseitenverhältnis 1:1,78 ist kameraseitig nicht zu rütteln.
Selbst wenn in der Post-Produktion ein 1:1,85 oder 1:2,35 aspect issue herausgeschnitten wird, so findet dies immer auf Basis des 1:1,78 Bildes statt (anders z.B. bei:
Thomson Viper).
Bei der F-900 z.B. gibt es kein Groundglass, keine 3- oder 4-Perf-Option etc.
Wie bei allen Video-Produktionen, die 1:1,78 ausgewertet werden, fällt dann manchmal störend auf, dass es keinen Safety-Bereich mehr gibt. Ist das Mikro im Sucher/auf dem Monitor zu sehen, ist es "im Bild".
Kurz-Infos (HDcam):
Das im Moment hauptsächlich genutzte HD-Camcorder-Format HDcam hat eine Auflösung von 1920x1080 Pixeln. (Ich gehe hier absichtlich noch nicht weiter auf Unterschiede zwischen Festplatten- oder Camcorderbetrieb ein. Auch nicht auf unterschiedliche bit-Zahlen, Farbtiefen und Pre-Filter.)
Die nächst höhere Band-Qualität, die Sony anbietet ist HDcamSR, das 4:4:4 mit einer entsprechend höheren Datenrate und einer "gefühlten" unsichtbaren Kompression u.a. aufzeichnen kann. Desweiteren: siehe
Links (Arri, Silicon, Red etc.)
HDcam stellt also eine fast-2K-Auflösung dar. Der Standard beinhaltet Bildgeschwindigkeiten von 24, 25 und 30psf (progressive segmented frames), die in voller Auflösung (8bit/10bit) aufgezeichnet werden können. Als Camcorder (tragbar, "stand-alone") sind die Sony F900 und F750 (nur 25psf) die einzigen Kameras auf dem Markt, die diese Auflösung aufzeichnen. Nur die Panavision Genesis kann hier eine erste, echte portable(!) Weiterentwicklung darstellen.
Außer dieser Technologie gibt es u.a. noch die Sony F950, Thomson Viper, Weisscam, DALSA und bald die Arri D-20 die höhere Auflösungen, teilweise größere Chips (Bildfenster) haben und/oder höhere Farbtiefen aufzeichnen können, aber keine Camcorder mehr sind (Wenn die volle Auflösung "uncompressed" genutzt werden soll, sind Kabelverbindungen zu Tape- oder Festplattenrekordern notwendig.)
Als Abrundung nach unten existiert die sog. Varicam, AJ-HDC27 von Panasonic, die auch den Namen HD tragen darf, weil sie deutlich über der SD-(Standard Definition) Auflösung von PAL/NTSC liegt. Ebenso die Drake-Studie. Panasonics DVCproHD-Kamera zeichnet mit einer niedrigeren Datenrate zwischen 4 und 60psf bei einer Pixel-Auflösung von 1280x720 auf ein DVCpro Tape auf.
(Da dies keine Produktion-Tool Liste ist, weise ich explizit auf die -noch aktuelle- Aufstellung von Kameras in der Ausgabe 11/2004 des Film/TV-Kameramanns hin.
Auch der Consumer/Prosumermarkt bietet über "HDV" den Umgang mit einer Form des HD mit kleinen, low-cost Kameras. In diesem Preissegment zwischen 3.500 und 5.500€ können verschiedene HD-Signale/Auflösungen stark komprimiert (MPEG-2, GOP) auf ein Mini-DV-Tape aufgenommen werden. Anbieter sind: Sony, Canon und JVC. Eine andere Variante bietet Panasonic seit Ende 2005 an.
Bei dieser P2-Kamera wird auf Chip-Karte (PCMCIA oder Festplatte) DVCpro HD oder Mini-DV-Tape (SD/PAL) aufgezeichnet.
kurz zur Post-Produktion (tape-basiert):
Normalerweise wird für das offline-editing das Material auf z.B. digi-beta/beta sp downkonvertiert. Nur wenige Produktion leisten sich eine Post durchgehend auf HD. Meist ist dies auch schlicht unwirtschaftlich und unvernünftig.
Eine EDL, Schnittliste, wird dabei erstellt, damit nach der Schnittabnahme alle Schnitte mit dem HD-Material nachempfunden werden können (Online, wieder in voller HD-Qualität, ohne Verlust). Blenden, Effekte, CGI, Titel und Grading folgen dann. Das fertige Master (Tape oder Festplatte) geht danach zur Ausbelichtung/ Kopierwerk, wird downkonvertiert (PAL/NTSC, wenn TV-Auswertung) oder direkt digital projeziert.
Ton:
Je nach Produktion bietet es sich an, den Ton durchgehend auf Tape aufzuzeichnen. Manche Puristen argumentieren traditionell, weil "das eine der Ton sei und das andere die Kamera" und bleiben bei getrennter Aufzeichnung. Wenn man über Nachteile von HD spricht, muß man auch als Vorteil erwähnen, daß der Ton in 20bit, 48khz (bei HDcam) "kostenlos mitgenommen" werden kann. Zusätzlich ist auch möglich den TC auf eine Audiospur zu legen. Sei es zur Sicherheit oder für den Offline-Schnitt, selbst wenn man beim traditionellen Klappe schlagen bleiben möchte.
Letzteres ist übrigens bei allen technischen Möglichkeiten (TC-Synchronisation über Lockit, Mehr-Kamerabetrieb) leider immer noch die sicherste Variante.